Impressionen des Konzerts von Vicky Leandros in der Stadthalle Braunschweig

am 28. April 2019

 

Ein Schlagerabend. Übliches Brimborium.

Ein Star. Kulisse. Die Musik.

Erwartungsvoll, wie stets das Publikum.

Und hinten rechts, da lauert die Kritik.

 



Stimmen aus dem Publikum

 

So lange dauert die Karriere schon?

Hat die nicht den Grand Prix…?

Ob sie´s noch bringt? Die Show, den Ton?

Und die Figur? Vermutlich Chirurgie!

 

Die alten Sachen kann man hören.

Nee, nee, die haben was.

Das bisschen Staub? Wird schon nicht stören.

Da ist sie ja. Fast wie ´ne Junge. Und so blass,

 

Dezent geschminkt. Und schmal!

Enges Kleid. Doch, das kann sie wirklich tragen.

Von weitem Klasse. Schau´n ´mer mal.

Doch so von fern… Das will noch nichts besagen.

 

„Après toi …ihr großer Hit.

Den Text, den kenn ich doch.

Da sing´ ich einfach mit.

Siehste. Das geht doch noch.

 

Aber sonst müde irgendwie.

Kein Bass, nur Flöte, Piano und Gitarre.

Da müsste Pep rein. Zu viel Lethargie.

Wir woll´n doch keine Totenstarre.

 

Na, Spaß muss sein. Klingt doch ganz nett.

Sanft wieg´ ich mich auf meinem Sitz.

Ist eben ein gemütliches Quintett.

Doch nun wird´s Zeit für ihre großen Hits.

 

Chansons? Ok. Ich will nicht klagen.

Aber jetzt die großen Sachen.

Vicky, dir hilft kein Zaudern und kein Zagen.

Jetzt lassen wir´s gemeinsam krachen.

 

Theeeeeeeeeeo, wir sind alle da.

Theo, du bist nicht allein.

Ein donnerndes gemeinsames Hurra.

Wie schön kann doch das Singen sein.

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Vicky Leandros

 

So oft erlebt und immer wieder neu.

Und Disziplin ist es doch jedes Mal.

Ob ich die Müh´ bereu?

Nein, nein. Sonst wär´s ja Qual.

 

Wenn ich in die Gesichter seh´,

dann spüre ich die Herzlichkeit.

Und doch tut mir der Beifall weh.

Ist doch nur Echo der Vergangenheit.

 

Das Publikum ist immer Antrieb mir gewesen.

Es ist mein festes Fundament.

Doch heut kann ich in seinen Mienen lesen,

dass kaum ein Fan die neuen Themen kennt.

 

Die großen Hits, sie hatten ihre Zeit

mit Heimat, Liebe, Abschied, Kummer.

Gemacht nicht für die Ewigkeit.

Doch sind sie immer noch die große Nummer.

 

Da! Da schreien sie schon wieder.

Die Forderung nach lauten Mitsingchören.

Als ob die stillen Lieder

sie in ihrer selbstgewählten Hektik stören.

 

Im harten Bühnenlicht stehe ich allein.

Bin euer Clown, bin gerne so.

Doch lasst mich auch ein Mensch mit Träumen sein.

Ein Mensch mit Liedern, ernst und froh.

 

Der Wunsch, er wird mir wohl versagt.

Nun gut, vorwärts in die Vergangenheit.

Ich zweifel´ nicht, bin nicht verzagt.

und bin, wie Ihr mich wollt, nur Fröhlichkeit.

 

Seid Ihr nur glücklich, bin ich´s auch.

Und doch würgt´s mich in meiner Kehle.

Des Lebens Wirklichkeit - nur Schall und Rauch?

Ganz tief spür ich das Zittern meiner Seele…

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