Nr. 302 Pop-Kantor

Liebe Leserin, lieber Leser,

Jetzt ist es soweit. Die Pop-Musik erobert sich die die letzten stillen Freiräume unserer Gesellschaft. Das sind die Kirchen und Gemeindezentren, wo bisher Sakralmusik üblich war. Der Pop-Kantor ist ein hauptamtlicher Kirchenmusiker mit dem fachlichen Schwerpunkt auf christliche Popularmusik. Im Gegensatz zum klassischen Kantor, der traditionell für Orgelmusik und klassische Chöre zuständig ist, bringt ein Pop-Kantor moderne Musikstile wie Pop, Rock, Jazz, Gospel, Soul und Hip-Hop in die Kirche. Gleiches gilt für die katholischen Kirche, wo sogenannte Schlagergottesdienste gefeiert werden. Nun denn: Lesen Sie meinen lyrischen Kommentar.

 

Pop-Kantor

 

Weg mit allem, was wir lieben.

Jetzt wird die Sau durchs Dorf getrieben.

Zwar Altes respektieren wir.

Doch Neues ist das Elixier.

 

Rhythmus, Stimmung, Tralalla

Pop-Kantoren sind nun da.

Lehren uns die Fröhlichkeit.

Bässe bumsen allezeit.

 

E-Gitarren wimmern leise.

Pop-Gesang geht auf die Reise

In die Ohren, in die Herzen.

Andacht wird ersetzt durch Schmerzen.

 

Luthers Evangelium

macht zwar Christenrücken krumm,

doch der vollmoderne Glaube

ähnelt nicht der sanften Taube.

 

Ähnelt eher süßem Schleim.

Gut verpackt in schlichtem Reim

senkt sich Botschaft in die Seelen

um sich mit Stimmung zu vermählen. 

 

Predigt war einst die Musik.

Hilfe gegen Not und Krieg.

Luther gab die Losung aus.

Kirchenlied in jedem Haus.

 

Das ist jetzt Vergangenheit.

Pop-Musik zu jeder Zeit

vertreibt Gesänge und Choral.

Hinfort mit alter Liederqual!

 

Musik als eine Gottesgabe

ist getragen nun zu Grabe.

Mit Trost und Ruhe ist´s vorbei. 

Jetzt regiert das Einerlei.

__________________________________________

 

Wie sehen bin ich wieder am Start. Jetzt wird wieder regelmäßig geblogt. Damit zum Thema:

 

Wenn Sie den Kontrast zur lauten trubeligen Atmosphäre im öffentlichen Raum suchen, dann waren Kirchen bisher die erste Adresse. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg diese Inseln für Ruhe, Besinnung und Trost zu finden. Es gibt sie noch, aber sie ergeben sich zunehmend der lärmerzeugenden Mehrheit in unserem Lande.

 

Herzlichst Ihr

 

Rainer Sliepen