Nr. 303 Der richtige Weg

 

Liebe Leserin, lieber Leser,

 

 

die Uhr tickt unerbittlich und die Zeit, Unheil abzuwenden, schmilzt wie Gletscher in der Sommersonne. Ist das allen Beteiligten bewusst? Das süße Gift der einfachen Lösung hat vieler Hirn und Herz verdorben.

 

Dass gerade wir, die wir aus der Geschichte gelernt haben sollten, ahnunglos in unser Verderben marschieren, ist eine tragische Wendung. Nun denn, warten wir´s ab. Auch Lemminge haben Überlebenswillen und stürzen sich der Legende nach doch im Kollektiv in den Tod.

 

 

Der richtige Weg

 

Was wär der richt´ge Weg gewesen?

Gleich zu Beginn das Messer anzusetzen

und dann mit scharfem Schnitt

das Böse vom Guten abzutrennen?

 

Ja, damals war noch Zeit, mit gutem Argument

für das Bewährte sich zu streiten

und Punkt für Punkt dem Menschen aufzuhelfen,

der noch dem Wahne widerstand.

 

Das Gift, das heut die Herzen lähmt

und schlimmer noch die kritische Vernunft,

war wie ein böser Feind,

der in die Flucht zu schlagen war.

 

Wie hilflos zeigten Männer sich und Frauen,

der braunen Brut mit Konsequenz zu wehren.

Man zeigte ratlos sich, die nöt´gen Schritte

einzuleiten, um eig´ne Stärke zu beweisen.

 

Das Risiko war überschaubar, Gerichte zu bemühn.

Falls auch die Lanzen splittern sollten,

so wär es besser doch gewesen,

für seinen Standpunkt mit Vehemenz zu kämpfen.

 

Heut ist die Zeit verlor´n, Verbote auszusprechen.

In Köpfe haben böse Keime sich gesenkt

und fressen sich beharrlich weiter fort.

Man sagt sich los von der Substanz,

 

auf die das Volk sich einst verständigte

und die die Basis bildet für Wohlstand und Erfolg.

Wohin der Weg auch führt, das Chaos ist gewiss.

Die Pfeiler, die das Ganze stützten, sind morsch.

 

In Schwäche hat Stärke sich verwandelt,

in Kleinmut auch der Wohlgemuten Geist,

der ängstlich sich in Nischen duckt.

So werden wir den richt´gen Weg verfehlen.

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Ist der obige Text eine Warnung? Eher eine Beobachtung und Fortschreibung eines längerfristigen Trends. Niemand kann sich mit seiner Ahnungslosigkeit herausreden.

 

Ich wünsche Ihnen klare Sicht und gute Nerven.

 

 

Ihr Zeitbeobachter

 

Rainer Sliepen