Liebe Leserin, lieber Leser,
ich ertappe mich neuerdings dabei, dass mich die Programmgestaltung der öffentlichen Konzerte langweilt. Zum X-ten Male Beethoven, Mozart, Schubert, Schumann, Brahms. Wunderbare Musik. Doch 1000mal gehört. Wo bleibt das Neue, genauso wunderbare? Es modert in Archiven. Dabei haben die unentdeckten Komponistinnen und Komponisten ebenso traumhafte Melodien und Meisterwerke produziert, wie die Etablierten.
Immer detselbe – ein Stoßseufzer
Der Bildungsbürger hat ihn lieb,
den Kulturbetrieb, den Kulturbetrieb.
Das Volk, das hat sich ausgesperrt,
vom Konzert, vom Konzert.
Wer ist´s, der jedes Liedchen kennt?
Der Abonnent, der Abonnent.
Wer hat nur Bach und Mozart lieb?
Der Gewohnheitstrieb, der Gewohnheitstrieb.
Von Ludwig van darf fehlen nie
die Sinfonie, die Sinfonie.
Man meidet stets Musikradau
von einer Frau, von einer Frau.
Nur immer das Beliebte kennt
der Dirigent, der Dirigent.
Wer sieht sich nach Bekanntem um,
das Publikum, das Publikum.
Es liebt herzinnig die Kritik
die Barockmusik, die Barockmusik.
Das Publikum verzichtet nie
auf Harmonie, auf Harmonie.
Das ist meist das höchste Glück,
ein Walzerstück, ein Walzerstück.
Es packt den Hörer wie im Sturm,
der Ohrenwurm, der Ohrenwurm
Was vertreibt die Leute ganz,
die Dissonanz, die Dissonanz.
Wer kommt bei Altem nie zu kurz
der Kassensturz, der Kassensturz.
Ist das noch Kunst, was man so hört?
Das Seltene, das stört, das stört.
Drum such ich Neues, das ich mag,
jeden Tag, jeden Tag.
Denn der vergessene Komponist
das Beste ist, das Beste ist.
Und auch die Frau, die musiziert,
die imponiert, die imponiert.
Etc., etc., etc., etc., etc., etc., etc….
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Wenn Sie einige Tipps für Unentdecktes brauchen, hier sind die Namen: Louise Farranc, George Onslow, Johann Wilhelm Wilms, Peter von Winter, Friedrich Ernst Fesca, Carl Loewe, Franciszek Lessel und vor allem Emilie Mayer. Trauen Sie sich! Das rät Ihnen Ihr musikalischer Weltenbummler
Rainer Sliepen
