Liebe Leserin, lieber Leser,
die Fußball-WM neigt sich ihrem Ende zu. Die Favoriten Argentinien, England, Frankreich, Spanien, haben sich durchgesetzt. Deutschland ist längs in der Versenkung verschwunden. Man kann das mit deftigen Worten kommentieren oder in klassisch literarischer Form Ich wähle das Letztere.
Verzweiflungssonett Nr. 1
Das Spiel ist aus. Die Lust verebbt im Rund,
das alle Fans so wunderbar umschlang.
Und endlich schweigt der aufgeriss´ne Mund
mit seinem siegessicheren lauten Klang.
Es war ein kaum vorhersehbares Ende,
das die eigne Mannschaft vorschnell stürzte
und das jetzt lähmt die klatschbereiten Hände
und die erwartungsfrohe Zeit verkürzte.
Verschlungen sind die Helden vor der Zeit.
Ein Graben, tief und finster, tut sich auf.
So ist es nun wie zu aller Zeiten Lauf,
dass schnell verwelkt der grüne Heldenkranz.
Werden einstmals aufersteh´n die Helden
und im alten Glanz zurück sich melden?
Verzweiflungssonett Nr. 2
Wo ist die wilde Leidenschaft geblieben?
Wohin die Zuversicht, die stark uns machte
und die ein Herzensfeuer uns entfachte?
Sind wir ein Opfer nur von bösen Dieben?
Jetzt ist es wieder Alltag uns geworden.
Wo ist er hin, der uns gemäße Sieg?
Es war kein leichtes Spiel, es schien wie Krieg.
Eben noch Helden, jetzt gestürzt von Horden,
die von der Regel Unklarheit beglückt
des Spiels Verlauf ins Gegenteil verkehrten
und uns die glänzend` Kron vom Haupt gepflückt.
Das, was viele doch so heiß begehrten,
scheint von uns nun auf lange Zeit verpasst.
Das liegt auf allen Herzen wie Ballast.
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Verschlungen sind die Helden vor der Zeit.
Ein Graben, tief und finster, tut sich auf.
So ist es nun wie zu aller Zeiten Lauf,
dass schnell verwelkt der grüne Heldenkranz.
Werden einstmals aufersteh´n die Helden
und im alten Glanz zurück sich melden?
Herzlichst Ihr literarischer Fußballfan
Rainer Sliepen
