Blog Nr. 308 Des Dichters Brot

 

Liebe Leserin, lieber Leser,

 

 

heute wieder mal ein Auszug aus meinem Monsteropus von 1000 Strophen. Es geht um die Person des Dichters. Wer bezahlt die vielen namenlosen Poeten? Franz Schubert wusste es: Mich (als Künstler) sollte der Staat bezahlen. Hier meine Argumente:

 

Kunst hat goldenen Boden?

 

Kein Dichter kann bei Tag beseh´n,

mit dem, was er erschafft, besteh´n.

Wer löscht des Dichters großen Durst?

Wer finanziert ihm Brot und Wurst?

                                                       

Deshalb: Her mit Tarifverträgen für Poeten.    

Pro Poem ist hier Geld vonnöten,

wie in der Industrie ist´s Brauch.

Ein Stundenlohn? Der tät es auch.

 

Doch sollte niemand deshalb glauben,

ich wollte nur den Staat berauben.

Das Dichten kommt vom Herzen her.

So ist´s, so war es seit Homer.

 

Und sind nicht Dichter Diplomaten,

die mit des Federkieles Taten

den Ruhm des eig´nen Vaterlands

vergolden mit poetisch´ Glanz?

 

Orden will ich nicht verlangen.

Da bin ich niemals streitbefangen.

Der Staat soll betten uns auf Kissen.

Das ließ schon Franz der Schubert wissen.

 

Und unbescheiden dargestellt,

wer denn von euch hat so viel Geld

die Menschheitswerke zu bezahlen?

Wer dies behauptet, würde prahlen.

 

Ich schenk´ die Lyrik für euch hin,

dass sie euch stärket Geist und Sinn.

Wenn nur ein Mensch zum Besseren findt´,

dann freut´s mich wie ein kleines Kind.

 

 ___________________________________

 

 Schaun wir mal, wie es mit diesem Thema weitergeht. Statt Geld tät es auch ein mutiger Verleger, der statt nur mit öder Belletristik auch mal sein Glück mit Lyrik versucht.

 

Ihr wenig optimistischer Poetikfreund

 

Rainer Sliepen